Ende der Verschwendung: Absolute Energieeinsparungen in den Richtlinien für Ökodesign und Verbrauchskennzeichnung verankern

Die Richtlinien zum Ökodesign und zur Energieverbrauchskennzeichnung (EVK) zielen darauf, die negativen Umweltauswirkungen durch Produkte in der Europäischen Union zu verringern, insbesondere mit Blick auf deren Energieverbrauch. Eine Senkung des absoluten Energieverbrauchs ist notwendig, um den Treibhausgasausstoß in der EU zu senken und die entsprechenden Klimaziele zu erreichen. Bisher sind die im Rahmen der Umsetzung der Richtlinien formulierten Anforderungen jedoch zumeist auf eine Verbesserung der Energieeffizienz gerichtet. Energieeffizienz, definiert als das Verhältnis zwischen Energieeinsatz und dem daraus erzieltem Nutzen, führt nicht notwendigerweise zu einer Reduktion des absoluten Energieverbrauchs durch Produkte.

Die Studie dient dazu aufzuzeigen, welche Ansatzpunkte die Instrumente Ökodesign und EVK bieten, die Reduzierung des absoluten Energieverbrauchs stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Richtungsweisend können hier in bestehenden Umweltzeichen praktizierte Ansätze sein.

Bezüglich Ökodesign-Anforderungen werden dahingehend folgende Ansätze diskutiert: progressive Energie-Anforderungen, Energieverbrauchsobergrenzen, Einsatz von zu Energieeinsparungen führenden Sensoren/Funktionen sowie indirekt eine Reduzierung des Energieeinsatzes in der Herstellung z. B. durch Verlängerung der Nutzungsphase (Haltbarkeit und Reparierbarkeit). Im Rahmen der Umsetzung der EVK-Richtlinie werden folgende mögliche Ansatzpunkte betrachtet: eine progressive Gestaltung der Energieeffizienzklassen, Verbrauchsobergrenzen für die jeweils „grünen“ Klassen der Kennzeichnung, eine stärkere Hervorhebung des absoluten Verbrauchs und mögliche entsprechende Darstellungsformen (z. B. eine zusätzliche absolute Verbrauchsskala). Ferner wird die Möglichkeit erörtert, die in Produkten durch die Herstellung „gebundene“ Energie auf der Kennzeichnung anzugeben.

Zur Erhebung von Informationen wurden im Rahmen der Studie neben der Auswertung von Literatur- und Internetquellen sieben leitfadengestützte Telefoninterviews mit Expertinnen und Experten aus Deutschland und dem EU-Ausland geführt.

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Laura Spengler