Entwicklung von Instrumenten zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen (FKZ: 3712 32 311)

Hintergrund und Forschungsbedarf des Projektes

Nach Zahlen der Welternährungsorganisation (FAO) wird weltweit rund ein Drittel der erzeugten Nahrung weggeworfen. Das entspricht 1,3 Milliarden Tonnen pro Jahr. Gleichzeitig hungern nach Schätzungen der FAO weltweit 925 Millionen Menschen. Aktuelle Untersuchungen im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zu Lebensmittelabfällen zeigten, dass in Deutschland pro Jahr von der Verarbeitung bis zu den Endverbrauchern und -verbraucherinnen rund elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen werden, von denen nennenswerte Anteile noch für den menschlichen Verzehr geeignet gewesen wären. Der größte Teil dieser Abfälle entsteht in den Haushalten, doch auch bei den vorausgehenden Schritten der Lieferkette fallen relevante Mengen an Lebensmittelabfällen an.

Bislang liegen nur wenige Informationen dazu vor, welche Umweltauswirkungen durch Lebensmittelabfälle verursacht werden. Ebenso besteht Forschungsbedarf dazu, durch welche Maßnahmen die Umweltauswirkungen effektiv verringert werden können.

Ziel und Vorgehen

Im Rahmen des vorliegenden Vorhabens soll eine umweltbezogene Bewertung der entstehenden Lebensmittelabfälle vorgenommen werden, um darauf aufbauend Maßnahmenvorschläge zu entwickeln, die zu einer Vermeidung umweltrelevanter Abfallströme beitragen können.

Um diese Zielstellungen zu erreichen, gliedert sich das Vorhaben in drei Arbeitsschwerpunkte:

1. Ausdifferenzierung des vorliegenden Mengengerüstes in Hinblick auf die unterschiedlichen Lebensmittelarten.

2. Analyse der Umweltauswirkungen unterschiedlicher Lebensmittelabfallarten und -mengen, woraus umweltbezogene Schwerpunkte für Abfallvermeidungsaktivitäten abgeleitet werden.

3. Entwicklung möglicher staatlicher Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen. Dabei werden voraussichtlich ordnungsrechtlich unterlegte Maßnahmen im Mittelpunkt stehen, die sich damit vorrangig auf die gewerblichen Prozesse und Akteure in der Lieferkette beziehen.

Vertiefende Analysen einzelner Anfallstellen werden exemplarisch durchgeführt, da keine umfassenden Primärdatenerhebungen vorgenommen werden können. Die Ergebnisse dieser Fallstudien dienen sowohl der Maßnahmenprüfung als auch der Überprüfung der Annahmen des Mengengerüsts.

Zu allen Arbeitsschritten werden jeweils einschlägige Fachexperten und  -expertinnen befragt und im Rahmen von Fachgesprächen um Rückkopplung gebeten.

Angestrebte Ergebnisse

Im Ergebnis des Vorhabens wird zum einen eine illustrativ aufbereitete Darstellung der Umweltrelevanz verschiedener Lebensmittelabfälle stehen. Zum anderen wird eine Beschreibung von Abfallvermeidungsmaßnahmen vorgelegt, die u.a. geeignet sind in die Abfallvermeidungsprogramme von Bund und Ländern aufgenommen zu werden.

Förderhinweis

Das Vorhaben wird im Auftrag des Umweltbundesamtes im Rahmen des Umweltforschungsplanes – Forschungskennzahl 3712 32 311 – erstellt und mit Bundesmitteln finanziert.

Kontakt:

Dirk Jepsen

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