Innovative Techniken: Festlegung von besten verfügbaren Techniken (BVT) in Europa: BVT zur Minderung von Emissionen in die Luft im Bereich der chemischen Industrie in Deutschland (BREF WGC) (FKZ: 3714 43 312 4)

Hintergrund

Die Europäische Kommission hat im Oktober 2015 ein neues Arbeitsprogramm zur Umsetzung der Industrieemissionsrichtlinie (2010/75/EU) mit den EU-Mitgliedstaaten, Industrie- und Umweltverbänden abgestimmt. Das Arbeitsprogramm sieht u.a. die zeitnahe Aktualisierung der Merkblätter über beste verfügbare Techniken (BVT-Merkblätter) in der chemischen Industrie vor. Darin sind Erfahrungen aus der Überarbeitung der ersten drei (von insgesamt acht) BVT-Merkblättern in der chemischen Industrie berücksichtigt: Ende 2013 wurde die Überarbeitung des BVT-Merkblattes zur Chloralkali-Industrie abgeschlossen, und in Kürze wird der Abschluss der Überarbeitung der BVT-Merkblätter zur Herstellung organischer Grundchemikalien (LVOC) sowie zur gemeinsamen Abwasserbehandlung in der chemischen Industrie (CWW) erwartet.

Das neue Arbeitsprogramm für 2016 beinhaltet die effiziente Aktualisierung von Informationen über beste verfügbare Techniken (BVT) zur Abgasbehandlung in der chemischen Industrie durch einen Informationsaustausch über allgemein anwendbare BVT und die mit BVT erreichbaren Emissionswerte. Im Zuge des Informationsaustausches ist vorgesehen,

  • umfangreiche und repräsentative Informationen und Daten zu Abgasreinigungstechniken und Emissionen der gesamten chemischen Industrie zu ermitteln,Informationen und Daten von besonderen Produkten/Prozessen zu recherchieren, die eine spezifische Betrachtung benötigen,
  • Informationen und Daten einer Analyse zu unterziehen,
  • allgemein in der chemischen Industrie anwendbare beste verfügbare Techniken (BVT) zur Behandlung von Abgas sowie mit ihnen erreichbare Emissionswerte festzulegen und Prozesse zu identifizieren, die eine spezifische, weitergehende Untersuchung der für sie geeigneten besten verfügbaren Techniken benötigen.

Die Informationen und Emissionsdaten zu allgemein anwendbaren besten verfügbaren Techniken sollen in einem BVT-Merkblatt über die gemeinsame Abgasbehandlung in der chemischen Industrie veröffentlicht werden ("Best Available Techniques Reference Document on Common Waste Gas Treatment in the Chemical sector – BREF WGC").

Ziel und erwartetes Projektergebnis

Das Umweltbundesamt ist die nationale Koordinierungsstelle für fachliche Beiträge von Deutschland bei der Erstellung von BVT-Merkblättern. Das Projekt dient der Vorbereitung auf den europaweiten Austausch über allgemein in der chemischen Industrie anwendbare Techniken zur Abgasbehandlung und damit verbundene Emissionswerte. Das Umweltbundesamt hat Ökopol beauftragt, Messberichte zu Luftemissionen von den zuständigen Überwachungsbehörden der Länder zu erbeten und auszuwerten. Damit soll der in Deutschland erreichte Stand der Technik zur Abgasbehandlung in der chemischen Industrie dokumentiert werden.

Im Ergebnis erstellt Ökopol einen anonymisierten Bericht über aktuelle Abgasreinigungstechniken der chemischen Industrie sowie die damit verbundenen Emissionswerte. Dabei werden für jeden gemessenen Parameter Konzentrationswerte und Massenströme benannt.  

Der Bericht wird in englischer Sprache erstellt, damit das Umweltbundesamt ihn der europäischen Arbeitsgruppe zur Verfügung stellen kann. Vor der Fertigstellung des Berichtes wird auf einem Fachgespräch eine Entwurfsfassung mit Branchenexperten erörtert.

UBA-Kontakt: Fr. Brahner

Kontakt:

Christian Tebert

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