Innovative Techniken: Festlegung von besten verfügbaren Techniken (BVT) in Europa im Bereich der Lösemittelanwendung (FKZ 3715 53 312 1)

Hintergrund

Die Europäische Kommission koordiniert gemäß der Industrieemissionsrichtlinie (2010/75/EU) seit November 2015 einen europaweiten Informationsaustausch zu besten verfügbaren Techniken (BVT) bei Beschichtungsprozessen, die organische Lösungsmittel verwenden. Ziel der EU-Richtlinie und des Informationsaustausches ist die Schaffung von harmonisierten Genehmigungsgrundlagen in der Europäischen Union. Betroffen sind Industrieanlagen, die für den Einsatz von mehr als 200 Tonnen Lösemitteln im Jahr bzw. mehr als 150 kg pro Stunde ausgelegt sind. Die Informationen, die im Laufe des Jahres 2016 gesammelt werden, dienen der Überarbeitung des europäischen BVT-Merkblattes für Anlagen der "Oberflächenbehandlung unter Verwendung von organischen Lösemitteln" (Drucken, Klebebeschichten, Lackieren von Holz, Metall und Kunststoff u.a.), deren erste Fassung die EU-Kommission im Jahr 2007 veröffentlicht hat.

BVT-Merkblätter setzen europaweit Maßstäbe für produktionsintegrierten Umweltschutz und eine nachhaltige Produktion; sie finden auch weltweite Beachtung. Als Ergebnis des europäischen Informationsaustausches enthalten die BVT-Merkblätter jeweils BVT-Schlussfolgerungen. Diese nennen die mit besten verfügbaren Techniken (BVT) erreichbaren Emissionswerte. Die Emissionswerte sind spätestens vier Jahre nach der Veröffentlichung der BVT-Schlussfolgerungen in den betroffenen Industrieanlagen europaweit einheitlich einzuhalten. Damit wird in allen EU-Mitgliedstaaten eine Annäherung der Umweltschutzstandards auf anspruchsvollem und gleichzeitig ökonomisch vertretbarem Niveau erreicht.

Das Umweltbundesamt ist die nationale Koordinationsstelle für den Austausch über beste verfügbare Techniken (BVT). Parallel zum Informationsaustausch in der Europäischen Union koordiniert das Umweltbundesamt eine nationale Expertengruppe, in der Vertreter der Bundesländer mitwirken. Zusätzlich organisiert das Umweltbundesamt regelmäßige Treffen einer erweiterten nationalen Arbeitsgruppe, in der Vertreter aus Behörden, Industrie und Wissenschaft beratend mitarbeiten.

Ziel und erwartete Ergebnisse

Im Forschungsprojekt ermittelt und dokumentiert Ökopol für das Umweltbundesamt fortschrittliche Umweltschutztechniken zum Drucken (Heatset-Rollenoffset, Flexodruck, Tiefdruck), zum Lackieren (Kfz, Lkw, Maschinen und andere Teile aus Metall und Kunststoff) sowie zum sonstigen Beschichten (z.B. von Papier und Gewebe). Der Schwerpunkt liegt auf der Beschreibung von Techniken und den damit verbundenen Emissionsdaten.

In Abstimmung mit dem Umweltbundesamt werden ausgewählte Informationen von Ökopol ins Englische übersetzt, damit das Umweltbundesamt sie der europäischen Arbeitsgruppe zur Verfügung stellen kann.

Ziel des Projektes ist die Dokumentation des in Deutschland erreichten hohen Umweltstandards als ein Beitrag zur Herstellung eines harmonisierten, hohen Schutzniveaus in der Europäischen Union.

UBA-Fachbetreuer: Hr. Dubbert

Kontakt:

Christian Tebert

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